Angst – wenn dieses ungute Gefühl nicht wäre!

Über den Umgang mit Ängsten beim Reiten

Jeder Mensch kennt einen solchen Moment. Dieses eigenartige Kribbeln im Körper, der Stein im Magen, schweißnasse Hände und viele andere Symptome.

Angst äußert sich in den unterschiedlichsten körperlichen Anzeichen und ist eines der ältesten Gefühle, die ein Mensch empfinden kann. Sie gehört ebenso wie Freude zu den natürlichsten Gefühlen des Menschen und sollte daher ernst genommen werden. Dieses oft so lähmende Gefühl einfach zu „unterdrücken,“ hilft uns nicht weiter.

Denn in dem Moment, in dem wir die Angst wahrnehmen, ist die Information der Angst bereits von unserem Gehirn in unseren Körper geflossen. Es ist sinnvoller, sich der Angst anzunehmen. Sie auf lange Sicht zu unterdrücken, kann dauerhaft sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Das Gefühl der Angst blockiert den Fluss unserer klaren Gedanken sowie den unserer Bewegungen. Ist uns die Angst erstmal in die Glieder gefahren, scheint es unmöglich, uns locker von der Bewegung des Pferdes mitnehmen zu lassen, geschweige denn klare Hilfen zu geben.

Allerdings wird jeder Reiter im Laufe der Jahre die ein oder andere angsteinflößende Situation mit seinem Partner erleben. Das heißt jedoch nicht, dass man sich diesen Situationen dauerhaft ausgeliefert fühlen muss.

Angst kann sich beim Reiten unterschiedlich begründen. Viele kennen die Angst vor Verletzungsgefahren wie Stürzen bzw. im Anschluss wieder in den Sattel zu steigen. Einige fürchten sich vor Tritten oder Bissen eines Pferdes.

Auch Ängste wie z.B. Versagensangst sind den meisten Reitern bestens bekannt. Ganz unabhängig davon, welche Erwartungshaltung er selbst oder sein Umfeld von ihm hat.

Oftmals resultiert aus der Erbringung positiver oder negativer Leistungen auch die Angst vor der Ablehnung durch andere wie z.B. Stallkollegen.

Mit Ängsten erfolgreich umzugehen, bedeutet sich mit diesen auseinanderzusetzen, um Schritt für Schritt handlungsfähiger in „Schrecksituationen“ zu werden. Die folgenden Punkte geben eine Einführung in den Umgang mit Ängsten und können bei regelmäßiger Anwendung das ein oder andere „Aha-Erlebnis“ im Umgang mit Ängsten hervorrufen.

Angst wahr- und ernstnehmen

Die Angst erst einmal wahrzunehmen und zu erkennen, ist der erste Schritt mit ihr umgehen zu können.

Beim Reiten können schwierige Situationen auftreten, deren Ursache manches Mal augenscheinlich nicht zu erklären ist. Sie trainieren eine Lektion und sie misslingt – immer wieder. Beobachten Sie, wie Sie zu Beginn und während der Lektion sitzen. Ist ihr Körpergefühl entspannt oder spannen Sie irgendeine Muskelgruppe an? Fällt es Ihnen schwer sich darauf zu konzentrieren oder etwas wahrzunehmen, bitten Sie Ihre/n Trainerin/Trainer Sie in dieser Situation genauer unter die Lupe zu nehmen und Ihnen Feedback zu geben. Sofern dies noch nicht geschehen ist.

Beobachten Sie nun Ihre Gedanken. Was genau denken Sie beim Ausführen der Lektion? Sind es förderliche bzw. motivierende Gedanken oder denken Sie über negativ über die Situation. Sätze wie z.B.: „Das schaffe ich nicht,“ oder „Hoffentlich geht das gut,“ führen oftmals zu Verspannungen und Blockaden in der fließenden Bewegung.

Schaffen Sie sich Sicherheit indem Sie an einem tiefen Sitz arbeiten und die bestmögliche Kommunikation mit Ihrem Pferd am Boden und im Sattel.

Der Zeitpunkt – wann tritt die Angst auf?

Während Sie Ihre Gedanken und körperlichen Reaktionen beobachten, notieren Sie wann und in welchen Situationen die Angst auftritt. Wann ist sie am größten? Beobachten Sie die Angst immer wieder und notieren Sie ihre Erkenntnisse über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Auf diesem Weg lernen Sie Ihre Angst noch besser kennen und können Ihre Angst aus einer anderen Perspektive betrachten. Wahrscheinlich werden Sie auch wiederkehrende Situationen erkennen und können sich zukünftig auf eine solche Situation anders vorbereiten können.

Der Angst zuhören

Um Angst loslassen zu können, ist es wichtig, diesen Teil von Ihnen besser kennenzulernen. Wo im Körper spüren Sie die Angst? Angst kann negative aber positive Absichten haben (So merkwürdig es klingen mag). Welche Absichten hat dieses Gefühl für Sie persönlich? Ist die Angst gegenständlich? Hat sie einen Klang, eine Farbe einen Geruch?

Erste Hilfe – Atmen und Gedanken stoppen

Eine der wichtigsten Sofortmaßnahmen ist regelmäßig und ruhig zu atmen. Dies bringt Ihrem Körper wieder einen flüssigen und sicheren Bewegungsablauf zurück. Um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, sagen Sie bewusst „Stopp“ und atmen Sie danach ganz fest aus.

Weiter kann Angst mit verschiedenen Maßnahmen gelöst werden. Yoga, Autogenes Training aber auch die gezielte Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen und der Überprüfung dergleichen kann helfen. Wenn ein Ziel nicht genau auf die eigene Person abgestimmt ist, kann ebenfalls Überforderung oder Angst ausgelöst werden.

Welchen ersten kleinen Schritt können Sie machen, um Ihrem Ziel trotz Ihrer Angst ein kleines Stück näher zu kommen?

Sie haben Ihr persönliches Ziel vor Augen. Trotzdem scheint Sie die Angst daran zu hindern weiter darauf zuzugehen?

Das Programm zum positiven inneren Film wechseln

Wenn Sie sich bisher ausgemalt haben, was alles passieren könnte, malen Sie sich die beängstigende Situation ab jetzt positiv aus. Drehen Sie einen inneren Film, der Ihnen zeigt, wie Sie Situation gut ausgeht.

Lassen Sie diesen Film auch immer wieder während Ihres Alltags ablaufen. Nehmen Sie mit allen Sinnen wahr, wie Sie die Situation erfolgreich meistern.

Sollte die Angst dabei zurückkehren, dann lassen Sie dies für einen Moment zu. Bleiben Sie jedoch unbedingt am Ball und lassen Sie den inneren Film auf jeden Fall gut ausgehen!

Auf meinem Youtube-Kanal „Mentales Reiten“ finden Sie eine geführte mentale Reise für Reiterinnen und Reiter. Diese bietet Ihnen Unterstützung bei den „Dreharbeiten“ zu Ihrem persönlichen positiven Film und Sie werden Entspannung, Kraft und Zuversicht finden.

Ein erster Schritt zum langersehnten Ziel

Gibt es vielleicht doch etwas, das Sie tun können um sich Ihrem Ziel anzunähern? Überlegen Sie sich welcher Schritt das sein könnte. Auch wenn dieser Schritt noch so klein sein sollte. Wenn Sie Ihre Angst annehmen und den Weg zum Ziel trotzdem beginnen zu gehen, wird der vermeintlich kleine Schritt zu einem ganz Großen!

Detaillierte und persönlich abgestimmte Übungen können Sie mittels Mentalcoaching in Ihrer Situation unterstützen. Für weitere Fragen kontaktieren Sie mich für ein kostenloses Erstgespräch. Ebenso unterstützte ich Sie bei der Erarbeitung und Umsetzung geeigneter sportlicher sowie persönlicher Ziele.

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